Vereint und spielend durch die Krise

Was die Spielindustrie betrifft, hat die Wirtschaftskrise jedenfalls nicht für schlechte Zeiten gesorgt, stattdessen aber für neue Ideen. Ein Testfeld für die neuesten Gesellschaftsspiele sind in jedem Fall die Internationalen Spieltage, die jedes Jahr im Herbst in der Messe Essen stattfinden und diesjährig gerade zu Ende gegangen sind.

Der Spieltage-Veranstalter Dominique Metzler verspricht ein aufregendes Event, und das Thema ‘Wirtschaftskrise’ für neue Karten- und Brettspiele ist nur ein Teil der neuen Angebote. Mit 750 Neuheiten und 810 Ausstellern hat die Messe 2011 nochmal an Umfang zugelegt, verglichen mit dem Vorjahr. Das allein schon stimmt die Branche zuversichtlich für die kommende Weihnachtssaison. Im Jahr 2010 betrug der Umsatz mit Gesellschaftsspielen in Deutschland 400 Millionen Euro. Diese Zahlen sollen auch in diesem Jahr konstant bleiben, wenn nicht sogar besser sein – denn in Krisenzeiten kaufen mehr Menschen ein Gesellschaftsspiel und bleiben häufiger daheim, als beispielsweise ins Kino zu gehen.

Deutsche Spiele sind angeblich ein echter Exportschlager. Es gibt keinen anderen Ort in der Welt mit so vielen Autoren und Verlagen, auch deswegen ist die Internationale Spieletage-Messe so attraktiv. Die erfolgreichsten Trends seien nach wie vor die “German Games”, das sind Strategiespiele wie beispielsweise “Aufbruch der Händler”. Spiele, die auf Filmideen beruhen, sind ebenfalls sehr angesagt, eines davon ist “Der Hobbit”, welches zahlreiche Originalzitate aus der Geschichte von Tolkien enthält. Immer ein Hit sind auch Partyspiele, Geschicklichkeitsspiele oder Spiele mit Musik – in Essen kann einfach alles ausprobiert werden.  Nur ein Bruchteil der Spiele hat allerdings nach Expertenmeinung die Chance, zu einem  Klassiker zu werden – vielleicht drei oder vier Spiele pro Jahr halten sich und bleiben langfristig auf dem Markt, alles andere verschwindet wieder. Der größte Umsatz würde nach wie vor mit Klassikern gemacht wie mit dem Monopoly – und nicht mit Neuerscheinungen.  Ganz beliebt auf der Messe war die Neuauflage von “Das verrückte Labyrinth” von Reiner Knizia, welches er nach 25 Jahren elektronisch aufgerüstet hat – Elektronik sei trendy, berichtet er. Man darf also gespannt sein, was sich im Bereich der Gesellschaftsspiele noch so tun wird in Zukunft.

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