Während in Deutschland eine Meningokokken-Impfung durchschnittlich 60€ kostet und die Kosten nur in sehr seltenen Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen werden, soll die Impfung ab 2012 in Österreich für jeden kostenlos sein. Diese Nachricht verkündete die derzeitige, österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger am Rande eines Presseevents. Das sind gute Nachrichten! Denn die Meningokokken-Impfung ist extrem wichtig für Kinder – kann mit einer Impfung doch eine tödlich verlaufende Meningitis verhindert werden.
Was sind Meningokokken?
Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum bei ca. 10% aller Europäer ansiedeln. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen dieser Bakterien: A, B, C, Y und W135. Bei den meisten Menschen lösen diese Bakterien keine Krankheitsanzeichen aus, die Bakterien können jedoch zu schwerwiegenden Erkrankungen, wie beispielsweise einer Meningitis (Hirnhautentzündung) und so bis zum Tode führen. Die Bakterien werden mit einer Tröpfcheninfektion übertragen – also beispielsweise durch Anhusten, Niesen oder Küssen. Dabei heften sich die Bakterien an den Schleimhäuten fest, und können, bei einem geschwächten Immunsystem (durch eine andere Infektionskrankheit), sich vermehren und dringen dann in den Blutkreislauf ein. Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen können die Folge sein.
Wie können sie eine durch Meningokokken-Bakterien ausgelöste Krankheit erkennen?
Das Krankheitsbild – also die Symptome – der durch Meningokokken ausgelösten Krankheiten sind folgende und können nach einer Inkubationszeit von 2 – 10 Tagen auftreten: starke Krankheitsgefühle wie Abgeschlagenheit, hohes Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Krämpfen bis zu Bewusstseinsstörungen. Typisch für eine Hirnhautentzündung ist ein „steifer Nacken“. Bei Säuglingen kann die Symptomatik – außer dem hohen Fieber – auch weniger deutlich ausfallen. Es können Apathie aber auch Unruhe, Berührungsempfindlichkeit bis zu Berührungsschmerzen und Nahrungsaufnahmeverweigerung auftreten. In jedem Fall sollten Sie, wenn eines dieser Symptome auftritt – unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Der lebensbedrohliche Verlauf einer Hirnhautentzündung geht mit Bewusstseinstrübungen, Kreislaufkollaps und punktförmigen Hautblutungen einher – besonders akute Fälle können innerhalb von ein paar Stunden zum Tode führen.
Therapie nach Diagnose einer Meningokokken Infektion
Nach der Diagnose muss sofort eine Behandlung mit Antibiotika angesetzt werden. Meistens werden dabei Penicillin G, oder – etwas moderner – ein Cephalosporin der dritten Generation eingesetzt. Der Vorteil des zuletzt genannten Antibiotikums ist, dass weitere bakterielle Meningitis Erreger damit angegriffen werden. Da die Behandlung schell einsetzen muss, wird mit der Therapie meistens sofort nach Verdacht eingesetzt – auch wenn der medizinische Beweis noch fehlt.
Vorbeugung und Impfempfehlung
Bisher gibt es nur Impfstoffe gegen die Bakterienstämme A, C, Y und W135. Gegen den Bakterienstamm B gibt es derzeit noch keine Impfung – die Wissenschaft arbeitet jedoch daran. Standardmäßig sollten alle Kinder im 2. Lebensjahr mit dem C-Konjugat Impfstoff geimpft werden. Für noch nicht geimpfte Kinder, wird eine Nachholung bis zum 18. Lebensjahr dringend empfohlen. Viele Reiseimpfungen oder Impfempfehlungen für berufliche Risikogruppen beinhalten die Impfung gegen den Meningitis Erreger ebenfalls.
Aktuell wird über das Thema Menigokokken und die Impfungen auch viel im Internet auf Elternratgebern zu lesen sein.